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Elektroinstallation beim Hauskauf prüfen – Checkliste

03.08.2025

Nahaufnahme eines Sicherungskastens mit Leitungsschutzschaltern und Elektroinstallation

Warum die Elektroinstallation beim Hauskauf so wichtig ist

Die Elektroinstallation ist nicht nur eine Frage des Komforts, sondern auch der Sicherheit. Veraltete oder fehlerhafte Stromleitungen können zu Brandgefahren, Stromschlägen und teuren Renovierungen führen. Eine gründliche Überprüfung vor dem Kauf schützt Sie vor bösen Überraschungen und gibt Ihnen Verhandlungsspielraum beim Kaufpreis.

Sichtprüfung: Erste Hinweise auf Probleme

Bevor Sie einen Elektriker engagieren, können Sie bereits bei der Besichtigung selbst einige Dinge überprüfen. Achten Sie auf äußere Zeichen, die auf Probleme hindeuten.

  • Steckdosen und Schalter: Sind sie beschädigt, verfärbt oder rußig? Dunkle Verfärbungen deuten auf Überhitzung hin.
  • Sichtbare Leitungen: Sind Stromkabel beschädigt, geknickt oder nicht ordnungsgemäß verlegt?
  • Schraubensicherungen: Alte Häuser mit Schraubensicherungen statt moderner Leitungsschutzschalter sind ein Warnsignal für veraltete Technik.
  • Feuchte Flecken: An Wänden oder der Decke können auf Wasserschäden und damit verbundene elektrische Probleme hinweisen.

Das Sicherheitsschalter-System prüfen

Der Haupt-Sicherungskasten ist zentral für Ihre Sicherheit. Schauen Sie sich die Anlage genau an oder lassen Sie sie vom Fachmann überprüfen.

  • Leitungsschutzschalter (LS-Schalter): Moderne Häuser sollten Leitungsschutzschalter haben, nicht nur Sicherungen mit Schraubverschluss.
  • FI-Schutzschalter (RCD): Diese sind in Feuchträumen wie Badezimmern und Küchen gesetzlich vorgeschrieben und verhindern Stromschläge.
  • Kennzeichnung: Sind die einzelnen Stromkreise klar gekennzeichnet? Das deutet auf gute Wartung hin.

Steckdosen und Schalter zählen

Ein oft unterschätzter Punkt: Verfügt das Haus über genügend Steckdosen und Schalter an den richtigen Stellen? Nach heutigen Standards sollten moderne Häuser deutlich mehr Steckdosen haben als ältere Bauten. Eine unzureichende Anzahl bedeutet oft, dass Sie später nachrüsten müssen – und das ist teuer.

  • Wohnzimmer und Schlafzimmer: mindestens 4-5 Steckdosen pro Raum
  • Küche: mindestens 6-8 Steckdosen
  • Bad: mindestens 2-3 Steckdosen (mit RCD-Schutz)
  • Flure und Treppen: Schalter an sinnvollen Positionen?

Erdungsanlage und Potentialausgleich

Eine gute Erdung ist essentiell für die Sicherheit. Überprüfen Sie, ob das Haus ordnungsgemäß geerdet ist. Das können Sie teilweise selbst sehen – etwa an den Erdungsleitungen im Sicherungskasten – für eine vollständige Prüfung ist aber ein Fachmann nötig.

Besonders in älteren Häusern kann die Erdung mangelhaft sein, was zu erheblichen Sicherheitsrisiken führt.

Die professionelle Elektroprüfung

Für den Hauskauf empfehlen wir dringend, einen zertifizierten Elektriker zu engagieren. Diese professionelle Überprüfung sollte folgende Punkte umfassen:

  • Sichtprüfung der gesamten Anlage – von der Zuleitung bis zur letzten Steckdose
  • Messung des Isolationswiderstands – zeigt, ob die Isolation der Leitungen noch in Ordnung ist
  • Prüfung der Schutzmaßnahmen – funktionieren RCD-Schalter korrekt?
  • Kontrolle der Erdungswerte – ist die Erdung ausreichend?
  • Prüfung der Verkabelung – entspricht die Leitung den aktuellen Anforderungen?

Der Elektriker wird einen detaillierten Bericht erstellen, der auch Hinweise auf notwendige Sanierungen enthält.

Kosten für Sanierungen im Blick behalten

Wenn bei der Prüfung Mängel zutage kommen, können die Sanierungskosten erheblich sein. Eine vollständige Elektrosanierung eines älteren Hauses kann schnell 10.000 bis 20.000 Euro kosten – je nach Umfang und Größe der Immobilie. Nutzen Sie diese Informationen bei Preisverhandlungen mit dem Verkäufer.

Besonderheiten bei älteren Häusern

Häuser aus den 1970er oder 1980er Jahren haben oft überwiegend noch die alte Elektroinstallation. Hier sollten Sie besonders aufmerksam sein:

  • Kupferleitungen wurden damals noch oft ohne Schutzmantel verlegt
  • Schraubensicherungen statt moderner Schutzschalter sind Standard
  • RCD-Schutzschalter fehlen völlig
  • Die maximale Stromstärke ist oft zu gering für moderne Geräte

Fragen zum Vorbesitzer stellen

Nutzen Sie die Gelegenheit, den jetzigen Eigentümer oder seinen Makler zu befragen:

  • Wann wurde die Elektroinstallation zuletzt überprüft oder erneuert?
  • Gab es Mängel bei einer früheren Überprüfung?
  • Wurden Reparaturen durchgeführt? Wenn ja, wann und durch wen?
  • Gibt es Prüfprotokolle oder Inspektionsberichte?

Checkliste zum Mitnehmen

  • ☐ Sichtbare Beschädigungen an Steckdosen und Schaltern kontrollieren
  • ☐ Sicherungskasten besichtigen und die Art der Sicherungen notieren
  • ☐ RCD-Schutzschalter in Feuchträumen überprüfen
  • ☐ Anzahl und Position der Steckdosen dokumentieren
  • ☐ Feuchteschäden oder Rußflecken notieren
  • ☐ Verkäufer nach Wartungshistorie befragen
  • ☐ Professionelle Elektroprüfung durch einen Fachmann durchführen lassen
  • ☐ Prüfbericht detailliert studieren und klären, was nachgebessert werden muss

Fazit

Eine gründliche Überprüfung der Elektroinstallation beim Hauskauf ist kein überflüssiger Luxus, sondern eine wichtige Investition in Ihre Sicherheit und Ihr Budget. Mit der richtigen Checkliste und einem zertifizierten Elektriker an Ihrer Seite vermeiden Sie teure Überraschungen und können fundierte Entscheidungen treffen. Nehmen Sie sich Zeit für diese Prüfung – es lohnt sich.

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